Zurück zum Blog
Software Entwicklung8. Februar 20266 min read

API-Integration: Kosten, Dauer & Best Practices für Unternehmen

Was kostet eine API-Integration wirklich? REST, GraphQL, Legacy-Schnittstellen — Zeitaufwand, typische Stolperfallen und wie Sie Kosten sparen.

KoBra Team

API-Integration: Kosten, Dauer & Best Practices für Unternehmen

Ihre Systeme sprechen nicht miteinander. Der Vertrieb tippt Daten aus dem CRM ins ERP. Die Buchhaltung exportiert Excel-Listen und importiert sie woanders. Jeder kennt das Problem — wenige lösen es richtig.

API-Integration ist die Lösung. Aber was kostet das? Wie lange dauert es? Und worauf müssen Sie achten?


Was ist eine API-Integration?

Eine API (Application Programming Interface) ist eine Schnittstelle, über die zwei Systeme automatisch Daten austauschen können. Statt manueller Übertragung passiert alles im Hintergrund.

Beispiele:

  • CRM-Kontakte automatisch ins E-Mail-Marketing-Tool synchronisieren
  • Bestellungen aus dem Webshop direkt ins ERP übertragen
  • Rechnungsdaten an die Buchhaltungssoftware senden
  • Lagerbestände in Echtzeit auf der Website anzeigen

Der Unterschied zu manuellen Prozessen:

ManuellMit API
Mitarbeiter kopiert DatenAutomatischer Datenaustausch
FehleranfälligKonsistente Daten
ZeitverzögerungEchtzeit oder getaktet
Skaliert nichtUnbegrenzt skalierbar

Was kostet eine API-Integration?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber hier sind realistische Richtwerte:

Kostenübersicht nach Komplexität

KomplexitätBeispielZeitaufwandKosten (DE)
EinfachZwei Cloud-Tools mit Standard-API verbinden1-3 Tage1.000 - 3.000€
MittelERP-Anbindung mit Datentransformation1-3 Wochen5.000 - 15.000€
KomplexLegacy-System ohne API + Custom-Middleware1-3 Monate20.000 - 80.000€
EnterpriseMulti-System-Integration mit Echtzeit-Sync3-12 Monate50.000 - 250.000€

Was den Preis beeinflusst

1. Qualität der vorhandenen API

Gut dokumentierte REST-API mit Sandbox-Umgebung: Schnell und günstig. Veraltete SOAP-Schnittstelle ohne Dokumentation: Langsam und teuer. Gar keine API vorhanden: Sehr teuer (Screen-Scraping, Datenbank-Direktzugriff).

2. Datenkomplexität

Einfache Daten (Name, E-Mail, Telefon): Straightforward. Komplexe Strukturen (verschachtelte Objekte, Varianten, Historien): Aufwendig. Unterschiedliche Datenmodelle: Mapping und Transformation nötig.

3. Fehlerbehandlung & Monitoring

Was passiert, wenn die API nicht erreichbar ist? Wie werden fehlerhafte Datensätze behandelt? Wer wird bei Problemen benachrichtigt?

Je robuster die Lösung, desto höher der Aufwand.

4. Sicherheitsanforderungen

OAuth2, API-Keys, IP-Whitelisting, Verschlüsselung, Audit-Logs — alles wichtig, alles kostet Zeit.


API-Integration: Kosten, Dauer & Best Practices für Unternehmen - Illustration

Typische Integrations-Szenarien

Szenario 1: Webshop → ERP

Was: Bestellungen automatisch ins Warenwirtschaftssystem übertragen.

Typischer Aufwand: 2-4 Wochen Kosten: 8.000 - 20.000€

Was integriert wird:

  • Kundenanlage (falls nicht vorhanden)
  • Bestellkopf (Datum, Versandart, Zahlungsart)
  • Bestellpositionen (Artikel, Menge, Preis)
  • Statusrückmeldung (Versand, Tracking)

Szenario 2: CRM → E-Mail-Marketing

Was: Kontakte und Segmente synchronisieren.

Typischer Aufwand: 3-5 Tage Kosten: 2.000 - 5.000€

Was integriert wird:

  • Kontaktdaten (bidirektional)
  • Tags und Segmente
  • Kampagnen-Aktivitäten zurück ins CRM

Szenario 3: Legacy-ERP → Moderne Anwendung

Was: Altes System (SAP R/3, AS/400, Navision) mit neuer Software verbinden.

Typischer Aufwand: 2-6 Monate Kosten: 30.000 - 100.000€

Herausforderungen:

  • Oft keine REST-API vorhanden
  • Proprietäre Protokolle (RFC, BAPI, EDI)
  • Komplexe Datenstrukturen
  • Strenge Berechtigungskonzepte

API-Typen im Vergleich

REST API

Vorteile: Standard, gut dokumentiert, einfach zu nutzen Nachteile: Kann bei komplexen Abfragen ineffizient sein Verbreitung: 80%+ aller modernen APIs

GraphQL

Vorteile: Flexibel, holt nur benötigte Daten Nachteile: Komplexer zu implementieren, Caching schwieriger Verbreitung: Wachsend, v.a. bei Facebook, GitHub, Shopify

SOAP/XML

Vorteile: Enterprise-Standard, typsicher Nachteile: Verbose, komplex, veraltet Verbreitung: Legacy-Systeme, Banken, Behörden

Webhooks

Vorteile: Echtzeit-Events, kein Polling nötig Nachteile: Erfordert öffentlichen Endpoint Verbreitung: Standard für Event-basierte Integration


Die größten Stolperfallen

Stolperfall 1: Unterschätzte Datenkomplexität

"Wir wollen nur die Bestellungen übertragen."

Aber: Was ist mit Gutschriften? Teillieferungen? Retouren? Rabattaktionen? Unterschiedliche Steuersätze?

Lösung: Alle Szenarien vorab dokumentieren. Edge Cases identifizieren.

Stolperfall 2: Fehlende Fehlerbehandlung

Die Integration funktioniert — bis sie es nicht mehr tut. Dann liegen Bestellungen tagelang im Nirvana.

Lösung: Monitoring, Alerting, Retry-Logik, Dead Letter Queue.

Stolperfall 3: Rate Limits ignoriert

Viele APIs begrenzen die Anzahl der Anfragen. Wer das ignoriert, wird gesperrt.

Lösung: Rate Limiting implementieren, Batching nutzen, Caching einsetzen.

Stolperfall 4: Keine Versionierung

APIs ändern sich. Was heute funktioniert, kann morgen brechen.

Lösung: API-Versionen pinnen, Änderungen monitoren, Tests automatisieren.


Best Practices für erfolgreiche Integration

1. Klein starten

Beginnen Sie mit dem wichtigsten Use Case. Erweitern Sie schrittweise.

2. Idempotenz sicherstellen

Eine Anfrage zweimal zu senden sollte das gleiche Ergebnis liefern wie einmal. Sonst entstehen Duplikate.

3. Logging von Anfang an

Jede API-Anfrage und -Antwort protokollieren. Bei Problemen unbezahlbar.

4. Sandbox nutzen

Nie direkt in Produktivdaten entwickeln. Test-Umgebung ist Pflicht.

5. Dokumentation pflegen

Was wird wie synchronisiert? Welche Mappings existieren? Wer ist zuständig?


Wann lohnt sich eine Integration?

ROI-Rechnung am Beispiel

Szenario: Manuelle Bestellübertragung Webshop → ERP

FaktorWert
Bestellungen pro Monat500
Zeit pro Bestellung (manuell)5 Minuten
Monatlicher Zeitaufwand42 Stunden
Stundenlohn inkl. Nebenkosten35€
Monatliche Kosten (manuell)1.470€

Integrations-Kosten: 12.000€ (einmalig) Wartung: 100€/Monat

Break-even: Nach 9 Monaten Ersparnis nach 2 Jahren: 23.000€

Dazu kommen: Weniger Fehler, schnellere Bearbeitung, zufriedenere Kunden.


Low-Code vs. Custom Development

Low-Code (Zapier, Make, n8n)

Vorteile:

  • Schnell implementiert (Stunden statt Wochen)
  • Günstig für einfache Szenarien
  • Keine Entwickler nötig

Nachteile:

  • Begrenzte Komplexität
  • Laufende Kosten (pro Ausführung)
  • Abhängigkeit vom Anbieter

Geeignet für: Einfache Integrationen, Prototypen, <1.000 Vorgänge/Monat

Custom Development

Vorteile:

  • Volle Kontrolle
  • Beliebige Komplexität
  • Keine laufenden Lizenzkosten

Nachteile:

  • Höhere Initialkosten
  • Braucht Entwickler-Know-how

Geeignet für: Komplexe Logik, hohe Volumina, geschäftskritische Prozesse


So gehen wir bei KoBra vor

1. Discovery (kostenlos)

  • Welche Systeme sollen verbunden werden?
  • Welche APIs sind vorhanden?
  • Was sind die kritischen Use Cases?

2. Technische Analyse (1-2 Tage)

  • API-Dokumentation prüfen
  • Datenmodelle vergleichen
  • Aufwand schätzen

3. Implementierung (iterativ)

  • Kernfunktionalität zuerst
  • Regelmäßige Demos
  • Schrittweise Erweiterung

4. Go-Live & Monitoring

  • Parallelbetrieb zur Validierung
  • Monitoring & Alerting aufsetzen
  • Dokumentation übergeben

API-Integration planen?

In 30 Minuten analysieren wir Ihre Systeme und geben eine realistische Aufwandsschätzung.

Kostenlose Erstberatung →

Zusammenfassung

  • Kosten: 1.000€ (einfach) bis 250.000€+ (Enterprise)
  • Dauer: 1 Tag bis 12 Monate
  • Wichtigste Faktoren: API-Qualität, Datenkomplexität, Fehlerbehandlung
  • ROI: Oft unter 12 Monaten
  • Empfehlung: Klein starten, iterativ erweitern

Weitere Artikel zum Thema:

Themen:

Bereit, Ihre Prozesse zu digitalisieren?

Kostenlose 45-Minuten Blueprint-Session: Wir analysieren Ihre Dokumenten-Workflows und zeigen konkrete Einsparpotenziale.