API-Integration: Kosten, Dauer & Best Practices für Unternehmen
Ihre Systeme sprechen nicht miteinander. Der Vertrieb tippt Daten aus dem CRM ins ERP. Die Buchhaltung exportiert Excel-Listen und importiert sie woanders. Jeder kennt das Problem — wenige lösen es richtig.
API-Integration ist die Lösung. Aber was kostet das? Wie lange dauert es? Und worauf müssen Sie achten?
Was ist eine API-Integration?
Eine API (Application Programming Interface) ist eine Schnittstelle, über die zwei Systeme automatisch Daten austauschen können. Statt manueller Übertragung passiert alles im Hintergrund.
Beispiele:
- CRM-Kontakte automatisch ins E-Mail-Marketing-Tool synchronisieren
- Bestellungen aus dem Webshop direkt ins ERP übertragen
- Rechnungsdaten an die Buchhaltungssoftware senden
- Lagerbestände in Echtzeit auf der Website anzeigen
Der Unterschied zu manuellen Prozessen:
| Manuell | Mit API |
|---|---|
| Mitarbeiter kopiert Daten | Automatischer Datenaustausch |
| Fehleranfällig | Konsistente Daten |
| Zeitverzögerung | Echtzeit oder getaktet |
| Skaliert nicht | Unbegrenzt skalierbar |
Was kostet eine API-Integration?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber hier sind realistische Richtwerte:
Kostenübersicht nach Komplexität
| Komplexität | Beispiel | Zeitaufwand | Kosten (DE) |
|---|---|---|---|
| Einfach | Zwei Cloud-Tools mit Standard-API verbinden | 1-3 Tage | 1.000 - 3.000€ |
| Mittel | ERP-Anbindung mit Datentransformation | 1-3 Wochen | 5.000 - 15.000€ |
| Komplex | Legacy-System ohne API + Custom-Middleware | 1-3 Monate | 20.000 - 80.000€ |
| Enterprise | Multi-System-Integration mit Echtzeit-Sync | 3-12 Monate | 50.000 - 250.000€ |
Was den Preis beeinflusst
1. Qualität der vorhandenen API
Gut dokumentierte REST-API mit Sandbox-Umgebung: Schnell und günstig. Veraltete SOAP-Schnittstelle ohne Dokumentation: Langsam und teuer. Gar keine API vorhanden: Sehr teuer (Screen-Scraping, Datenbank-Direktzugriff).
2. Datenkomplexität
Einfache Daten (Name, E-Mail, Telefon): Straightforward. Komplexe Strukturen (verschachtelte Objekte, Varianten, Historien): Aufwendig. Unterschiedliche Datenmodelle: Mapping und Transformation nötig.
3. Fehlerbehandlung & Monitoring
Was passiert, wenn die API nicht erreichbar ist? Wie werden fehlerhafte Datensätze behandelt? Wer wird bei Problemen benachrichtigt?
Je robuster die Lösung, desto höher der Aufwand.
4. Sicherheitsanforderungen
OAuth2, API-Keys, IP-Whitelisting, Verschlüsselung, Audit-Logs — alles wichtig, alles kostet Zeit.

Typische Integrations-Szenarien
Szenario 1: Webshop → ERP
Was: Bestellungen automatisch ins Warenwirtschaftssystem übertragen.
Typischer Aufwand: 2-4 Wochen Kosten: 8.000 - 20.000€
Was integriert wird:
- Kundenanlage (falls nicht vorhanden)
- Bestellkopf (Datum, Versandart, Zahlungsart)
- Bestellpositionen (Artikel, Menge, Preis)
- Statusrückmeldung (Versand, Tracking)
Szenario 2: CRM → E-Mail-Marketing
Was: Kontakte und Segmente synchronisieren.
Typischer Aufwand: 3-5 Tage Kosten: 2.000 - 5.000€
Was integriert wird:
- Kontaktdaten (bidirektional)
- Tags und Segmente
- Kampagnen-Aktivitäten zurück ins CRM
Szenario 3: Legacy-ERP → Moderne Anwendung
Was: Altes System (SAP R/3, AS/400, Navision) mit neuer Software verbinden.
Typischer Aufwand: 2-6 Monate Kosten: 30.000 - 100.000€
Herausforderungen:
- Oft keine REST-API vorhanden
- Proprietäre Protokolle (RFC, BAPI, EDI)
- Komplexe Datenstrukturen
- Strenge Berechtigungskonzepte
API-Typen im Vergleich
REST API
Vorteile: Standard, gut dokumentiert, einfach zu nutzen Nachteile: Kann bei komplexen Abfragen ineffizient sein Verbreitung: 80%+ aller modernen APIs
GraphQL
Vorteile: Flexibel, holt nur benötigte Daten Nachteile: Komplexer zu implementieren, Caching schwieriger Verbreitung: Wachsend, v.a. bei Facebook, GitHub, Shopify
SOAP/XML
Vorteile: Enterprise-Standard, typsicher Nachteile: Verbose, komplex, veraltet Verbreitung: Legacy-Systeme, Banken, Behörden
Webhooks
Vorteile: Echtzeit-Events, kein Polling nötig Nachteile: Erfordert öffentlichen Endpoint Verbreitung: Standard für Event-basierte Integration
Die größten Stolperfallen
Stolperfall 1: Unterschätzte Datenkomplexität
"Wir wollen nur die Bestellungen übertragen."
Aber: Was ist mit Gutschriften? Teillieferungen? Retouren? Rabattaktionen? Unterschiedliche Steuersätze?
Lösung: Alle Szenarien vorab dokumentieren. Edge Cases identifizieren.
Stolperfall 2: Fehlende Fehlerbehandlung
Die Integration funktioniert — bis sie es nicht mehr tut. Dann liegen Bestellungen tagelang im Nirvana.
Lösung: Monitoring, Alerting, Retry-Logik, Dead Letter Queue.
Stolperfall 3: Rate Limits ignoriert
Viele APIs begrenzen die Anzahl der Anfragen. Wer das ignoriert, wird gesperrt.
Lösung: Rate Limiting implementieren, Batching nutzen, Caching einsetzen.
Stolperfall 4: Keine Versionierung
APIs ändern sich. Was heute funktioniert, kann morgen brechen.
Lösung: API-Versionen pinnen, Änderungen monitoren, Tests automatisieren.
Best Practices für erfolgreiche Integration
1. Klein starten
Beginnen Sie mit dem wichtigsten Use Case. Erweitern Sie schrittweise.
2. Idempotenz sicherstellen
Eine Anfrage zweimal zu senden sollte das gleiche Ergebnis liefern wie einmal. Sonst entstehen Duplikate.
3. Logging von Anfang an
Jede API-Anfrage und -Antwort protokollieren. Bei Problemen unbezahlbar.
4. Sandbox nutzen
Nie direkt in Produktivdaten entwickeln. Test-Umgebung ist Pflicht.
5. Dokumentation pflegen
Was wird wie synchronisiert? Welche Mappings existieren? Wer ist zuständig?
Wann lohnt sich eine Integration?
ROI-Rechnung am Beispiel
Szenario: Manuelle Bestellübertragung Webshop → ERP
| Faktor | Wert |
|---|---|
| Bestellungen pro Monat | 500 |
| Zeit pro Bestellung (manuell) | 5 Minuten |
| Monatlicher Zeitaufwand | 42 Stunden |
| Stundenlohn inkl. Nebenkosten | 35€ |
| Monatliche Kosten (manuell) | 1.470€ |
Integrations-Kosten: 12.000€ (einmalig) Wartung: 100€/Monat
Break-even: Nach 9 Monaten Ersparnis nach 2 Jahren: 23.000€
Dazu kommen: Weniger Fehler, schnellere Bearbeitung, zufriedenere Kunden.
Low-Code vs. Custom Development
Low-Code (Zapier, Make, n8n)
Vorteile:
- Schnell implementiert (Stunden statt Wochen)
- Günstig für einfache Szenarien
- Keine Entwickler nötig
Nachteile:
- Begrenzte Komplexität
- Laufende Kosten (pro Ausführung)
- Abhängigkeit vom Anbieter
Geeignet für: Einfache Integrationen, Prototypen, <1.000 Vorgänge/Monat
Custom Development
Vorteile:
- Volle Kontrolle
- Beliebige Komplexität
- Keine laufenden Lizenzkosten
Nachteile:
- Höhere Initialkosten
- Braucht Entwickler-Know-how
Geeignet für: Komplexe Logik, hohe Volumina, geschäftskritische Prozesse
So gehen wir bei KoBra vor
1. Discovery (kostenlos)
- Welche Systeme sollen verbunden werden?
- Welche APIs sind vorhanden?
- Was sind die kritischen Use Cases?
2. Technische Analyse (1-2 Tage)
- API-Dokumentation prüfen
- Datenmodelle vergleichen
- Aufwand schätzen
3. Implementierung (iterativ)
- Kernfunktionalität zuerst
- Regelmäßige Demos
- Schrittweise Erweiterung
4. Go-Live & Monitoring
- Parallelbetrieb zur Validierung
- Monitoring & Alerting aufsetzen
- Dokumentation übergeben
API-Integration planen?
In 30 Minuten analysieren wir Ihre Systeme und geben eine realistische Aufwandsschätzung.
Kostenlose Erstberatung →Zusammenfassung
- Kosten: 1.000€ (einfach) bis 250.000€+ (Enterprise)
- Dauer: 1 Tag bis 12 Monate
- Wichtigste Faktoren: API-Qualität, Datenkomplexität, Fehlerbehandlung
- ROI: Oft unter 12 Monaten
- Empfehlung: Klein starten, iterativ erweitern
Weitere Artikel zum Thema: