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Vergleich8. Februar 20266 min read

Inhouse vs. Agentur: Software-Entwicklung im Vergleich (2026)

Eigenes Entwicklerteam oder externe Agentur? Kosten, Vor- und Nachteile, und wann welche Option sinnvoll ist. Mit Entscheidungshilfe.

KoBra Team

Inhouse vs. Agentur: Software-Entwicklung im Vergleich

Sie brauchen Software. Die Frage ist: Wer baut sie?

Option A: Eigene Entwickler einstellen (Inhouse) Option B: Externe Agentur beauftragen

Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Dieser Vergleich hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.


Die Kurzfassung

KriteriumInhouseAgentur
InitialkostenHoch (Recruiting, Onboarding)Niedrig (sofort starten)
Laufende KostenFix (Gehälter)Variabel (nach Bedarf)
Time-to-Start3-6 Monate1-4 Wochen
SkalierungLangsamSchnell
Know-how-AufbauInternExtern
KontrolleMaximalBegrenzt
Risiko bei FluktuationHochNiedrig

Faustregel:

  • Kurzfristiger Bedarf → Agentur
  • Langfristiger Kernkompetenz-Aufbau → Inhouse
  • Hybrid oft die beste Lösung

Inhouse-Entwicklung: Vor- und Nachteile

Vorteile

1. Volle Kontrolle Ihr Team, Ihre Prozesse, Ihre Entscheidungen. Keine Abstimmung mit externen Partnern nötig.

2. Tiefes Domänenwissen Interne Entwickler verstehen Ihr Geschäft. Mit der Zeit werden sie zu Experten für Ihre Branche.

3. Sofortige Verfügbarkeit Keine Wartezeiten, keine Projektverhandlungen. Das Team ist da, wenn Sie es brauchen.

4. IP bleibt intern Alles Know-how, aller Code, alle Dokumentation gehört Ihnen — ohne Wenn und Aber.

5. Kulturelle Integration Interne Entwickler sind Teil des Unternehmens, verstehen die Werte und arbeiten mit allen Abteilungen zusammen.

Nachteile

1. Hohe Fixkosten

Ein Senior-Entwickler in Deutschland kostet Sie:

PositionBruttogehaltGesamtkosten (AG)Jahreskosten
Junior Developer45.000€~58.000€58.000€
Mid-Level Developer60.000€~78.000€78.000€
Senior Developer80.000€~104.000€104.000€
Tech Lead95.000€~124.000€124.000€

Dazu kommen: Arbeitsplatz, Hardware, Lizenzen, Weiterbildung, Recruiting-Kosten.

Realistisch: Ein 3-Personen-Team kostet 300.000-400.000€ pro Jahr — egal ob sie voll ausgelastet sind oder nicht.

2. Recruiting-Hölle

Der Markt für gute Entwickler ist leergefegt:

  • Durchschnittliche Time-to-Hire: 4-6 Monate
  • Recruiting-Kosten: 15-25% des Jahresgehalts
  • Absagequote bei Angeboten: 30-50%

3. Fluktuation

Entwickler wechseln im Schnitt alle 2-3 Jahre. Jeder Abgang bedeutet:

  • Wissensverlust
  • Projektverzögerung
  • Erneute Recruiting-Kosten

4. Skill-Gaps

Ein kleines Team kann nicht alles abdecken. Brauchen Sie plötzlich Mobile-Expertise oder DevOps-Know-how, haben Sie ein Problem.

5. Management-Overhead

Entwickler wollen geführt werden. Sie brauchen: Tech Lead, Scrum Master, Projektmanager — das skaliert nicht linear.


Inhouse vs. Agentur: Software-Entwicklung im Vergleich (2026) - Illustration

Agentur-Entwicklung: Vor- und Nachteile

Vorteile

1. Sofort starten

Keine Recruiting-Phase. Ein gutes Team kann in 1-2 Wochen loslegen.

2. Variable Kosten

Sie zahlen nur, was Sie brauchen. Projekt fertig = Kosten runter.

3. Breites Skill-Set

Agenturen haben Spezialisten für Frontend, Backend, Mobile, DevOps, UX — alles aus einer Hand.

4. Kein Ausfallrisiko

Entwickler krank oder kündigt? Die Agentur stellt Ersatz.

5. Externe Perspektive

Agenturen bringen Erfahrung aus dutzenden Projekten mit. Sie kennen Best Practices und Fallstricke.

Nachteile

1. Weniger Kontrolle

Sie können nicht jederzeit reinschauen. Tägliche Standups helfen, aber es ist nicht das Gleiche wie ein internes Team.

2. Geteilte Aufmerksamkeit

Ihr Projekt ist eines von vielen. In Hochphasen kann die Priorisierung leiden.

3. Kommunikations-Overhead

Alles muss dokumentiert und abgestimmt werden. Bei komplexen Projekten kostet das Zeit.

4. Know-how bleibt extern

Nach Projektende geht das Team. Das tiefe Verständnis für Ihr System geht mit.

5. Abhängigkeit

Ohne gute Dokumentation sind Sie an die Agentur gebunden — Wechsel wird teuer.


Kostenvergleich: Die Wahrheit

Szenario: 12-Monats-Projekt, 3 Entwickler

Inhouse:

PostenKosten
Recruiting (3x 15.000€)45.000€
Gehälter (3x 78.000€)234.000€
Arbeitsplatz, Hardware, Lizenzen30.000€
Onboarding, Weiterbildung15.000€
Management-Overhead40.000€
Gesamt Jahr 1364.000€

Und danach zahlen Sie weiter — ob Sie die Kapazität brauchen oder nicht.

Agentur:

PostenKosten
Tagessatz (3x 1.000€ x 220 Tage)660.000€
Projektmanagement (inkl.)0€
Gesamt Jahr 1660.000€

Aber: Nach Projektende = 0€ laufende Kosten.

Break-Even-Analyse

Bei einem dauerhaften Bedarf von 3 Entwicklern:

  • Jahr 1: Agentur teurer (+296.000€)
  • Jahr 2: Agentur teurer (+296.000€), Inhouse hat aber Recruiting-Kosten amortisiert
  • Jahr 3+: Inhouse günstiger (~250.000€ vs. 660.000€)

Erkenntnis: Ab 2-3 Jahren kontinuierlichem Bedarf lohnt sich Inhouse finanziell.


Wann Inhouse die richtige Wahl ist

Software ist Ihr Kernprodukt Wenn Sie ein Software-Unternehmen sind, gehört Entwicklung nach innen.

Langfristiger, kontinuierlicher Bedarf Mindestens 3+ Jahre Vollauslastung absehbar.

Hochsensible Daten Fintech, Healthcare, Defense — wenn externe Zugriffe problematisch sind.

Starke Unternehmenskultur Sie können Top-Talente anziehen und halten.

Budget für Team-Aufbau Sie können 6-12 Monate in Recruiting und Onboarding investieren.


Wann Agentur die richtige Wahl ist

Einmaliges Projekt MVP, Relaunch, Migration — klarer Anfang, klares Ende.

Schneller Start nötig Time-to-Market ist kritisch, keine Zeit für Recruiting.

Spezial-Know-how gefragt Sie brauchen Experten für eine Technologie, die Sie intern nicht haben.

Unklarer Scope Sie wissen noch nicht genau, wie groß der Bedarf langfristig ist.

Kapazitätsspitzen Das interne Team ist überlastet, Sie brauchen temporäre Verstärkung.


Der Hybrid-Ansatz: Das Beste aus beiden Welten

Die meisten erfolgreichen Unternehmen fahren einen Mix:

Kern-Team intern:

  • Tech Lead / Architekt
  • 1-2 Senior-Entwickler für kritische Systeme
  • Product Owner

Agentur für:

  • Kapazitätsspitzen
  • Spezial-Projekte (Mobile, KI, etc.)
  • Neue Technologien testen

Vorteile des Hybrid-Modells

  1. Know-how bleibt intern — Das Kern-Team versteht das System
  2. Flexibilität — Skalierung nach Bedarf
  3. Risiko-Minimierung — Keine totale Abhängigkeit
  4. Kosten-Optimierung — Fixkosten begrenzt, Variable nach Bedarf

Entscheidungs-Checkliste

Für Inhouse entscheiden, wenn:

  • Software ist Kerngeschäft oder strategischer Vorteil
  • Bedarf ist langfristig (3+ Jahre) absehbar
  • Budget für 6-12 Monate Aufbau vorhanden
  • Attraktiver Arbeitgeber (Gehalt, Kultur, Technologie)
  • Management-Kapazität für Entwickler-Führung

Für Agentur entscheiden, wenn:

  • Projekt hat klaren Scope und Zeitrahmen
  • Schneller Start ist kritisch
  • Spezial-Know-how wird benötigt
  • Internes Team fehlt oder ist überlastet
  • Langfristiger Bedarf noch unklar

Unsere Empfehlung

Starten Sie mit Agentur, bauen Sie parallel intern auf.

  1. Phase 1 (Monat 1-6): Projekt mit Agentur starten, gleichzeitig ersten Senior-Entwickler rekrutieren
  2. Phase 2 (Monat 6-12): Interner Entwickler arbeitet mit Agentur, lernt System kennen
  3. Phase 3 (Monat 12+): Schrittweise Übergabe, Agentur nur noch für Spezialthemen

So haben Sie schnell Ergebnisse UND bauen langfristig Kompetenz auf.

Brauchen Sie Entwicklungs-Kapazität?

Wir unterstützen Sie als Agentur — oder helfen beim Aufbau Ihres internen Teams. In 30 Minuten finden wir den richtigen Ansatz für Sie.

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Zusammenfassung

SituationEmpfehlung
Einmaliges ProjektAgentur
Langfristiger Bedarf, Software = KernInhouse
Unsicher / beides denkbarHybrid
Schneller Start + langfristiger BedarfAgentur jetzt, Inhouse parallel aufbauen

Die "richtige" Antwort hängt von Ihrer Situation ab. Wichtig ist: Entscheiden Sie bewusst — und planen Sie langfristig.


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